Monumentality, Coloniality, and the Rewriting of Public Space

Vortrag von Mechtild Widrich [School of the Art Institute of Chicago], #5 der Ringvorlesung Organizing Architectures: Coloniality

Im polarisierten Kontext von Trumps zweiter Amtszeit – mit erneuten Versuchen, eine einzigartige nationale Vergangenheit durch Heldenparks und restaurierte Denkmäler der Konföderierten zu verfestigen – haben sich die Debatten darüber, wie historischer Raum gestaltet und umkämpft wird, verschärft. Dieser Vortrag untersucht Künstler*innen, Kurator*innen und Aktivist*innen, die sich gegen diesen staatlich geförderten Monumentalismus und die ihn stützenden kolonialen Narrative auflehnen und über den Rahmen von „abbauen/stehen lassen“ (und jetzt „wieder aufstellen“) hinausgehen, hin zu stärker verteilten räumlichen Formen des Gedenkens.

Ein kurzer Vergleich mit räumlichen Gedenktraditionen in Europa während und nach der faschistischen Ära verdeutlicht den Kontrast zwischen autoritärer Monumentalität – verwurzelt in Beständigkeit, Größe und narrativer Geschlossenheit – und Praktiken, die sich ihr widersetzen.

Im Dialog mit diesen Geschichten werfen zeitgenössische Praktiken in den USA neue Fragen darüber auf, welche architektonischen und räumlichen Formen der Erinnerung möglich sind, wenn Dauerhaftigkeit nicht mehr das organisierende Prinzip ist. Künstler*innen und Gemeinschaften experimentieren mit ortsspezifischen Interventionen, gestalten die Art und Weise neu, wie sich Körper im öffentlichen Raum bewegen, versammeln und erinnern, und kultivieren pluralistischere und situativere Formen der Rezeption.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

17. Juni 2026
19 – 20:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt,
Raum: t.b.d.