Setareh Noorani

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Setareh Noorani

Setareh Noorani ist Architektin, Forscherin und Kuratorin am Nieuwe Instituut Rotterdam. Ihre Arbeit konzentriert sich auf feministische, dekoloniale, nicht-institutionelle und mehr-als-menschliche Perspektiven darauf, wie wir Städte bauen, erinnern und verändern. Setareh Noorani plädiert für alternative Zukunftsvisionen, die bislang unterrepräsentierte Stimmen und Formen der Kollektivität in den Vordergrund rücken, und setzt ihre Forschungsergebnisse in Ausstellungen, Publikationen und öffentlichen Programmen um.
Ihr architektonischer Ansatz basiert auf archivarischen und kuratorischen Methoden, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden. In ihrer Praxis entwirft sie Räume, die ausgelöschte oder umstrittene Geschichten sichtbar machen, und schlägt Architekturen der Solidarität, des Erinnerns und der Gerechtigkeit vor. Ihre Projekte umfassen gebaute Interventionen, Raumforschung und Publikationen, die dominante Wertesysteme in Kunst und Design hinterfragen und dabei eine Bildsprache verwenden, die sich gegen den „White Cube“ richtet. Sie arbeitete unter anderem für das Design Museum Den Bosch, das Wereldmuseum Leiden, Metro54, das Amsterdam Museum, Buro Stedelijk und das Stedelijk Museum Amsterdam.

Derzeit leitet sie das Projekt „New Currents: Indian Ocean Futures“ und war zuvor Mitinitiatorin von „Hidden Histories“ (zusammen mit dem Creative Industries Fund NL), Kuratorin der Ausstellung „Designing the Netherlands“ und Initiatorin von „Feminist Design Strategies“. Außerdem leitete sie das langfristige Forschungsprojekt „Collecting Otherwise“ und das transnationale Programm „Arus Balik – Shifting Currents“. Sie hat Vorträge gehalten und Veranstaltungen moderiert, unter anderem am Barnard College of Architecture der Columbia University, an der Fakultät für Architektur der TU Delft, an der ETH Zürich, im Jameel Arts Centre, beim Geoffrey Bawa Trust, im British Museum, bei What Design Can Do und an der Design Academy Eindhoven.
Setareh Noorani war Mitherausgeberin der Publikationen Collecting Otherwise Manuals (Nieuwe Instituut, 2025), Remapping Collaborations Working Group (Nieuwe Instituut, 2025) und Women in Architecture (nai010, 2023) und hat Beiträge in VOLUME, Footprint Journal, Radical Housing Journal und anderen Publikationen veröffentlicht. Im Jahr 2021 erhielt sie den Museum Talent Prize, der vom niederländischen Kulturministerium und dem Mondriaan Fund verliehen wird. Sie hat einen Master of Science in Architektur (TU Delft, cum laude).

In ihrer künstlerischen Arbeit untersucht Setareh Noorani öffentlichen Widerstand und diasporische Traumata durch räumliche Forschung, (Selbst-)Veröffentlichungen und die Störung dominanter Archive. Sie entwickelt Gegenarchive, die kollektive Erinnerung und gelebte Erfahrungen sichtbar machen. Zu ihren jüngsten Residenzen gehören Voorheen De Gemeente (2022 – 2024), Biënnale Gelderland (2022), DSGN-IN bei The Black Archives (2021-2022), SHELTER IN PLACE/SHELTER IN SOLIDARITY (2021) im Hotel Maria Kapel, Hoorn (zusammen mit dem Grafikdesigner Matt Plezier, unterstützt vom Creative Industries Fund Netherlands).