Das kasachische Projekt auf der 60. Biennale von Venedig (20. April 2024 – 24. November 2024) trug den Titel Jerūiyq: Journey Beyond the Horizon. Den Kuratoren Anvar Musrepov und Danagul Tolepbay zufolge zielte es darauf ab, den kasachischen dekolonialen Futurismus anzuregen: „Wir wollten unser eigenes Wakanda schaffen, unser postnomadisches Wesen, unser ‚Kasachentum‘. Technologie und Zukunft sind darin zwar präsent, stehen aber nicht im Vordergrund. Es gibt etwas, das über die Sprache hinausgeht, eine Spiritualität, vielleicht etwas, das mit dem Raum und der Landschaft, unserer Identität verbunden ist und unsere Denkweise maßgeblich bestimmt.“ An diesen Worten wird deutlich, wie der dekoloniale Futurismus als kreative, disruptive Fiktion fungiert, die zwischen der Schaffung räumlicher Identität, geografischer Vorstellungskraft und dekolonialer Indigenität vermittelt.
Englisch
21 Seiten
On_Culture, The Open Journal for the Study of Culture 19, 2025
DOI: https://doi.org/10.22029/oc.2025.1512
