Kapitel von Jona Schwerer and Sybille Frank.
In: Bonacker, T., Daase, C., Driedger, J.J., Lam Phương, N.P., & Pfister, J. (Hrsg.). (2026). Routledge Handbook on Transformations of Political Violence (1. Auflage) S. 381-395.
Dieses Kapitel führt die Konzepte des Heritage und des Heritage-(Un)Making als analytische Perspektiven ein, aus denen sich die Transformationen gegenwärtiger Deutungen vergangener politischer Gewalt in urbanen Räumen untersuchen lassen. Es etabliert Heritage als umkämpftes Feld, in dem eine bedeutungsvolle gemeinsame Vergangenheit in der Gegenwart hergestellt, repräsentiert und dabei an konkrete Orte gebunden wird. Zudem untersucht es die Rolle des Heritage-(Un)Making in Prozessen der Transformation und Aushandlung von Deutungen vergangener politischer Gewalt. Da Heritage symbolisiert, was Gemeinschaften als Teil ihrer Erinnerungen und Identitäten bewahren wollen, ist seine Herstellung bzw. Aufhebung (das „(Un)Making“) ein politischer Akt. Zugleich schreibt sich politische Gewalt als “difficult heritage” in Orte ein. Das Kapitel erörtert, wie Heritage und Heritage-(Un)Making mit politischer Gewalt zusammenhängen, und stellt die Konzepte des “difficult heritage”, des “heritage from below”, des “heritage activism” und des “urban fallism” aus den Heritage Studies vor, die (politische) Gewalt, Heritage und deren (Un)Making miteinander verbinden. Darüber hinaus etabliert das Kapitel den urbanen Raum als besonders interessantes Feld für die Analyse umkämpfter Prozesse des Heritage-(Un)Making. Urbaner Raum zeichnet sich sowohl durch ein reiches Gedächtnis als auch durch Begegnungen zwischen heterogenen sozialen Gruppen aus, deren unterschiedliche Deutungen der Stadtgeschichte aufeinanderprallen können.
Englisch
15 Seiten
Routledge Handbook on Transformations of Political Violence, S. 381-395,
London/New York: Routledge 2026
DOI: https://doi.org/10.4324/9781003635024
